Buch Cover Alle drei  mit photoshop 150
Katzen und Märchen

...hier spricht  Murphie !

GIF siam und weiß 

Immer wieder werden Tiere von ihren Besitzern ausgesetzt.  Manchmal haben sie „Glück“ und sie werden auf Parkplätzen angebunden, wo sie wenigsten die Chance haben, dass jemand sie mitnimmt und irgendwie versorgt.  Ganz schlimm trifft es die, die irgendwo weit abseits versteckt werden.  Wie grausam dieser Tod ist, erwürgt, verdurstet - die Qualen sind nicht zu ermessen! 

Da war einmal eine Schäferhündin während ihrer Läufigkeit ausgebüxt und bescherte ihren Besitzern nach 63 Tagen vier Junge.  Zuerst hat man sie ihr gelassen aber als sie gefüttert werden mussten, war die Arbeit zuviel.  So waren sie eines Tages einfach verschwunden.  Alles Suchen war vergebens.  Wie gut, dass sie nicht weiß, was mit ihnen passiert ist. 

Eines der Jungen, Saski, habe ich getroffen, als es ungefähr drei Monate alt war.  Ich bin freudig auf sie zugelaufen - ein neues Gesicht beim Spazierengehen!  Was sich bei der Unterhaltung der Menschen ergeben hat ist haarsträubend.  Das Herrchen von Saski war im Wald spazieren gegangen, als er ein leises Wimmern hörte.  Beim näher kommen wurde es natürlich deutlicher aber er konnte nichts entdecken.  Eine leichte Bewegung über Kopfhöhe machte ihn auf einen am Baum angenagelten Sack aufmerksam, der die Töne von sich gab.

Zwei Paar erschöpfte Hundekinderaugen schauten ihn an, als er den Sack öffnete.  Glücklicherweise hat der Mann auch den zweiten Sack gefunden, in dem die beiden anderen Geschwister waren.  Sie haben überlebt und ein gutes zu Hause gefunden.

 

Kumpel Charlie, der sanfte, knutschmäulige Bloodhound ist auch nicht so ganz ohne. Es war lange vor meiner Zeit, als meine Leute die Margarete und den Josef zu einem gemütlichen Abend eingeladen hatten.  Große Kocherei sollte nicht sein, also wurde ein ganzer Berg extrafeine Hähnchenteile ohne Knochen gebraten.  Als alles fertig war, wurde die garnierte Platte zurück in die Backröhre geschoben und die Tür des Ofens blieb einen Spalt offen. 

Die vier haben erzählt und gelacht und waren wohl recht laut, denn keiner von ihnen hat in der Küche etwas gehört.  Den Charlie haben sie nicht vermisst, weil er ja so ein ruhiger, lieber Hund ist. 

Später geht Frauchen in die Küche, zieht die Backröhre auf, stutzt, überlegt eine Sekunde lang allen Ernstes, wo sie denn die Hähnchenteile hingetan hat - die Platte ist nämlich ratzeputz leer, wie frisch gespült.  Sie schüttelt den Kopf und seufzt nur ganz leise: „Das gibt’s doch nicht...“  Des Rätsels Lösung könnt Ihr Euch denken - und Ihr habt recht!  DEM Duft konnte nicht einmal der gute, brave Charlie widerstehen.

Schlecht geworden ist ihm nicht, aber sein Gewissen hat ihn geplagt.  Er hat sich den ganzen Abend lang nicht mehr sehen lassen. 

Die Moral von der Geschicht’:  Wenn Ihr einen Hund habt, bereitet nur Geflügel ohne Knochen zu, damit, wenn er sie klaut, er sich nicht an Knochensplittern verletzt. Das kann nämlich teuer werden, wenn der Tierarzt sie herausoperieren muss.  Oder macht einfach die Ofentür richtig zu!

 

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Ich hätte doch eine Katze werden sollen!  Die Welt ist ungerecht und das Frauchen ganz und gar!  Jetzt wohne ich schon so lange hier und sie lässt mich nicht ins Bett.  Langsam wird es langweilig, ihr jeden Abend denselben Vorwurf zu machen aber ich bin sauer. Den Quatsch mit dem Verreisen und den Hotelbetten kann sie sich sparen.  Und die Decke neben ihrem Bett will ich auch nicht.  Jetzt kommt sie mit der Idee eines Kuschelkörbchens.  Da spiele ich nicht mit.

Ich schlafe nämlich aus Protest seit über einer Woche allein im Wohnzimmer, und zwar auf  jeder nur möglichen Schlafgelegenheit.  So, jetzt kann sie jeden Morgen aufräumen, weil ich alle Kissen und Decken auf den Boden werfe.  Wenn sie aufsteht, braucht sie nicht mehr die Füße vorsichtig auf den Boden zu setzen, damit sie mich nicht tritt, denn ICH bin nicht mehr da.  Auf Charlies Platz lege ich mich auch!  Soll er sich doch ärgern, weil es nach mir riecht.

Kalle, der schwarze Kater räkelt sich gemütlich auf ihrem Bett und sie merkt nicht einmal, dass ich viel besser rieche als er.  Gehört denn ein Hund wirklich nicht ins Menschenbett?  Warum dann der blöde Kater?  Gegen den kann sie sich wahrscheinlich nicht wehren, denn wenn sie ihn hundertmal hinauswirft, kommt er hundertmal wieder. 

Da habe ich lieber meinen Stolz, lasse sie leiden, weil sie mich gern in ihrer Nähe hätte und bleibe im Wohnzimmer, ich armer Hund. NEBEN dem Bett will ich nicht schlafen! HINEIN will ich!!!

 

Dieses anhaltende frostige Wetter bekommt mir gar nicht. Beim täglichen Spaziergang bleibe ich immer auf dem Weg, weil sonst mein Bauch ganz kalt wird, wenn der Schnee ihn dauernd berührt.  Am liebsten liege ich gemütlich warm daheim herum und träume.  Manchmal gehen mir dabei Gedanken an die Zwingerhunde durch den Kopf, denen diese große Kälte jetzt trotz des dicken Winterfells sehr zu schaffen macht.  Hoffentlich denken ihre Menschen daran, besondere Vorkehrungen zu treffen, um sie zu schützen.   

Es leiden aber auch viele Menschen unter dieser langen Kältezeit und dazu fällt mir eine Geschichte ein, die - vielleicht - vor langer Zeit geschehen ist: 

Es war einmal eine kleine alte Frau, die mit ihrer Katze in einem kleinen alten Häuschen lebte, das mit einem kleinen alten Holzofen geheizt wurde.  Während eines besonders strengen Winters wurde die Frau sehr krank und musste ins Krankenhaus.  Sie bat ihre Kinder, die Wohnung warm zu halten und die Katze zu versorgen.  Das Versprechen war leicht gegeben aber schwer einzuhalten.  Sollte man wirklich wegen dieser ollen Katze jeden Tag den beschwerlichen Weg auf sich nehmen, um dort zu heizen und Futter und Wasser hinzustellen?  Immer seltener kam jemand, um sich darum zu kümmern und schließlich war das Versprechen ganz vergessen. 

Die Katze hatte Hunger und Durst und fror.  Die Fensterscheiben waren bis obenhin vereist. Es war kein Futter mehr da und der Rest vom Wasser hatte eine Eisschicht.  Das Kistchen mit der Streu war längst nicht mehr sauber.  Die alte Katze konnte nicht verstehen, warum die kleine alte Frau sie verlassen hatte.  Sie wurde immer dünner und schwächer.  Auf dem Bett fand sie ein bisschen Wärme und träumte sich hinüber in den langen Schlaf. 

Als die kleine alte Frau nach Wochen zurückkam, war die Wohnung eisigkalt und eisigstill.  Keine freudig-schnurrende Begrüßung - nur Stille.  Sie nahm den eisigsteifen Katzenkörper in den Arm, legte sich in ihr Bett und weinte eisigheiße Tränen.  Am Wochenende fanden ihre Kinder die beiden friedlich beieinander.  Die Tränen im Gesicht der kleinen alten Frau waren eisige Tautropfen.

Jetzt brauchen sie keine Wärme mehr.  Alle Schmerzen sind vergessen.  Sie lächeln vom Himmel herunter und haben keine Sorgen mehr. Wenn Ihr genau hinschaut seht ihr sie manchmal hinter dem Regenbogen, die kleine alte Frau mit ihrer Katze im Arm.

Ist’s ein Märchen?

 

 

Da habe ich doch vor ein paar Tagen einen großen Wuschelhund getroffen, der eine tolle Aufgabe hat  Jede Woche fährt sein Frauchen mit ihm in ein Seniorenheim, um die Leute dort zu besuchen.  Ihr glaubt gar nicht, wie viele Freunde er hat.  Besonders im Sommer ist es eine herrliche Sache.  Er wird gleich nach dem Kaffeetrinken am Nachmittag erwartet. Die strahlenden Gesichter müsstet ihr sehen!  Er geht von einem zum anderen, lässt sich streicheln, läuft mit dem einen ein Stückchen, lässt sich von einem anderen einen Ball werfen und verbreitet gute Laune.

Ins Haus darf er auch, weil ihn so mancher sehen möchte, der krank im Bett liegt.  Den tröstet er dann und wünscht ihm gute Besserung.  Sicher, es gibt auch hin und wieder heimliche Tränen, wenn sich eine der älteren Damen oder einer der Herren an ihren eigenen Hund erinnern, den sie nicht bei sich haben dürfen.  Aber es ist trotzdem eine rundum gute Sache für alle.

Natürlich ist der Wuschel total gesund, geimpft, sauber und vom Wesen her ein toller Typ.  Er nimmt auch die ungeschickte Bewegung eines Menschen, der vielleicht nicht ganz gesund ist, nicht übel.  Vor Rollstühlen und Gehhilfen hat er keine Angst.

Für mich wäre es nix, weil ich entweder rennen muss oder ganz tief schlafe und nur geknuddelt werden will, wenn mir der Sinn danach steht.  Aber den Wuschel finde ich super.

 

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