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Frankreich und Oma
bassetanimation

Wo bin ich nur hin geraten?! Sieben Monate eitel Sonnenschein und dann... an meinem neunten „Monatsgeburtstag“ war Frauchen plötzlich verschwunden. Für mehrere Nächte! Einfach weg! Während der ersten Nacht konnte ich gar nicht schlafen sondern bin nur immer wieder zur Tür gelaufen und musste fürchterlich weinen.  Unsere Oma war zwar hier und sie hat mich, gemeinsam mit Herrchen, getröstet aber es war schlimm. So sang- und klanglos wie sie sich entfernt hatte, stand die treulose Tomate dann plötzlich wieder vor mir. Ich bin ja eher eine gemütliche Type aber da musste ich denn doch einen Freudentanz aufführen. Meine Welt war wieder in Ordnung. In Frankreich ist sie gewesen und hat dort Freunde besucht. Es sei ihr wirklich gegönnt aber ich hoffe sehr, dass sie ihr Versprechen hält und so etwas nur alle paar Jahre mal macht.

Oma hat ihren langen Besuch bei uns genossen und jetzt, wo sie wieder bei sich zu Hause ist, vermisst sie uns ziemlich heftig. Sie wohnt seit einigen Jahren allein und ohne Hund in einem kleinen Häuschen mit Garten, weil sie nach dem Tod von ihrem „Topsy“-Hund, der fast achtzehn Jahre lang ihr stetiger Begleiter war, aus Vernunfts- und Altersgründen keinen Hund mehr wollte. Aber schon seit Monaten geht sie mit dem Gedanken um ob es nicht doch eine Möglichkeit gäbe, auch im Alter einen Hund zu haben, denn es ist sehr still im Haus. Die Familie, also wir alle, hängen zwischen zwei Stühlen und finden keine Lösung. Es ist notwendig, dass wir bei der Entscheidung unseren Senf dazu geben, weil wir anfangs indirekt aber vielleicht irgendwann direkt betroffen sein könnten.

Murphie, mit all seiner Erfahrung meint kategorisch: „Was stellt ihr euch so an. Mit Sicherheit wartet in einem Tierheim genau der Hund, den ihr braucht, nur darauf, dass ihr ihn abholt. Nett soll er sein, nicht zu jung, nicht zu alt, gesund und verträglich mit uns. Die erste Woche verbringt Oma mit ihm bei uns, damit sicher ist, dass wir uns verstehen und dann kann sie ihr Leben mit ihm genießen. Sie ist nicht mehr allein und es hat wieder einmal ein Hund einen Menschen gefunden, für den sich alles nur um das Wohlbefinden seines Tieres dreht.“

Ist das zu eingleisig gedacht?  So beruhigend es wäre, Oma glücklich zu sehen, stellen sich doch noch einige Fragen. Darf man einem Hund zumuten, zwei Familien zu haben? Es kann ja sein, dass ein älterer Mensch überraschend ins Krankenhaus muss.  In dem Fall muss sicher gestellt sein, dass der Hund nicht bei uns in Traurigkeit versinkt, sondern lässig und freudig einfach eine Weile bei uns lebt und dann genau so gerne wieder nach Hause geht.

Es ist auch durchaus denkbar, dass er – im ungünstigsten Fall – eine ganze Reihe von Jahren bei uns verbringen muss.  Das ist ein weiterer Grund, weshalb es wichtig ist, dass er uns mag, dass er weder ängstlich noch brummig ist, damit wir friedlich miteinander auskommen, auch wenn es für lange Zeit wäre. 

Dem Murphie habt ihr immer mit euren eigenen Erfahrungen bei Entscheidungen geholfen, wenn es darauf ankam, verschiedene Meinungen zu hören.  Es ist ja oft so, dass man etwas sehr einseitig sieht und überzeugt ist, das Richtige zu wollen und dann stellt sich heraus, dass es Gesichtspunkte gibt, die man total übersehen hat. 

Es steht zweifelsfrei fest, dass der Hund in der Familie bleibt, wenn Oma ihn – aus welchem Grund auch immer – nicht mehr versorgen könnte.

Dürfen wir ihm solche Zukunftsaussichten zumuten? Dürfen wir Oma zureden oder sollten wir abraten?

 

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