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Das Schicksal ist nicht fair und es nimmt keine Rücksicht, gleichgültig wie sorgsam und überlegt menschliche Pläne gemacht werden. Da können sich einem wirklich manchmal die Haare sträuben. Fehlentscheidungen und Frustration bleiben nicht aus. Damit umzugehen und es beim nächsten Mal besser zu machen, kann man lernen.
Tragisch wird es allerdings, wenn eine gewissenhafte Korrektur nach der anderen vorgenommen wird und keine davon den erwarteten Erfolg bringt.
Wie wird wohl das Leben von Dina, einer jungen Cockerspaniel Hündin weitergehen? Als sie zehn Wochen alt war, zog sie mit großer Begeisterung zu ihrer neuen Familie, einem netten, lustigen Ehepaar und verbrachte dort wie im Paradies ein halbes Jahr. Auch die schlimme, plötzlich aufgetretene Krankheit ihres Frauchens änderte nicht viel daran, außer dass nun die Spaziergänge mit Herrchen alleine gemacht werden mussten. Das Glück nahm ein jähes Ende, als Herrchen und Frauchen ohne Vorwarnung aus dem Leben von Dina verschwanden. Sie waren beide durch einen Autounfall verstorben.
Hier beginnt die Odyssee von Dina. Während der ersten Wochen fand sie ein Plätzchen bei einer befreundeten Familie, die sie eigentlich permanent aufnehmen wollte. Allerdings hatte sie nicht mir der Eifersucht des eigenen Hundes gerechnet, die ein Zusammenleben unmöglich machte. Da sie privat nicht schnell genug untergebracht werden konnte, folgte der „Umzug“ ins Tierheim.
Wer kann sich nicht vorstellen, wie verlassen sie sich dort fühlte? Still saß sie in der Ecke und hatte allen Lebensmut verloren. Der Lärm der anderen Hunde brachte sie total aus der Fassung und es fehlte ihr einfach alles, was ihr früheres Leben ausgemacht hatte. Sie war nur einige Wochen dort, als eine Familie sie adoptierte. Es war eine gute Wahl für alle Beteiligten. Besonderen Spaß machte es Dina, mit der kleinen Tochter zu spielen und zu toben. Das änderte sich auch nicht sofort, als eines Tages ein neues Baby dazukam. Die Probleme fingen an, als das Baby mit etwa einem halben Jahr die ersten Krabbelversuche unternahm. Aus unerfindlichem Grund schnappte Dina mehrmals zu.
Wieder wurde sie ins Tierheim gebracht. Jetzt verstand sie die Welt überhaupt nicht mehr, verkroch sich entmutigt und verzagt in eine der Boxen und blieb dort bewegungslos liegen. Auch die aufmunternden, freundlichen Worte der Tierpfleger ignorierte sie und wenn jemand sie streicheln wollte, knurrte sie warnend.
Nein, sie würde niemandem mehr vertrauen!
Eine der Tierpflegerinnen, die ernsthaft besorgt war, rief schließlich bei Dinas Züchter an. Glücklicherweise zögerte er nicht lange, sondern holte sie zu sich nach Hause. Auch dort war sie unter vielen Hunden aber sie gewöhnte sich langsam ein, wurde wieder fröhlich und begann, sich zu benehmen wie ein junger Hund, der sie ja auch noch war, mit ihren knapp zwei Jahren. Nur die Eigenheit, dass sie niemanden in der Nähe ihres Körbchens duldet, wird sie wohl nie mehr ablegen.
Der Züchter sagt, dass sie bei ihm bleiben wird, weil er ihr nicht noch einen Wechsel zumuten will und wir hoffen, dass sie glücklich ist.
Vielleicht spielt aber das Schicksal einen freundlichen Streich – so, wie es bei unserer Olli geschehen ist – und sie begegnet einem Menschen, dem sie ganz unverhofft ihr Herz schenkt, der sie in den Arm nimmt und der genau für diesen einen Hund der Richtige ist.
Falls das geschieht, wünschen wir ihr, dass sie bei ihm ihren endgültigen Kuschelplatz findet und ein langes, glückliches Hundeleben verbringen kann.
0405
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